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Die Kultur erleben

Von Capoeira über Olodum bis hin zum Candomblé – lasst euch inspirieren und erfahrt, was Salvador zu Brasiliens Hauptstadt der Freude macht. Die Traditionen sind bedeutsam, reichhaltig und oft herzzerreißend. Die Architektur, Kunst und Kultur sind laut, lebendig und ausdrucksstark. Wir hoffen, ihr freut auch darauf, all das hautnah zu erleben.

Candomblé

Candomblé ist eine afrobrasilianische Religion, die als eine Mischung aus portugiesischem Katholizismus und afrikanischem Heidentum (Heilige, bekannt als Orixás ) beschrieben werden kann. Innerhalb Brasiliens ist sie in Bahia am stärksten vertreten, da Salvador (auch „Schwarzes Rom“ genannt) ein wichtiger Hafen für ankommende afrikanische Sklaven war.

 

Während der Sklaverei war die Anbetung der Orixás verboten, da die offizielle Religion des Landes der Katholizismus war. Daher wurden die Gläubigen kreativ und verbanden jedes ihrer Orixás mit katholischen Heiligen. So konnten sie ihren Glauben im Geheimen und vor allem ohne Ärger mit der katholischen Kirche ausüben.

 

Es gibt viele Orixás, aber die genaue Anzahl variiert je nach Region. Beeindruckende Statuen von acht Orixás könnt ihr am Dique do Tororo , einem See in einem großen Freizeitpark, besichtigen. Nachts sind sie wunderschön beleuchtet und man kann sie bei einer Bootstour auf dem See aus nächster Nähe betrachten.

 

Heute wird Candomblé nicht länger verboten, sondern wird  als Symbol der brasilianischen kulturellen Identität angesehen. Täglich finden Candomblé-Zeremonien auf heiligem Boden, sogenannten Terreiros (Häusern), statt, die über ganz Salvador verteilt sind. Die meisten von Ihnen lassen Besucher zu.

 

Das Miterleben einer Zeremonie ist ein faszinierendes kulturelles Erlebnis mit Gesang, Sprechgesängen, hypnotischem Trommeln, seismischen Erschütterungen und intensiven Düften, die durch die Luft wehen.

 

Wer eine Zeremonie beiwohnen möchten, sollte sich respektvoll kleiden (weiße Kleidung, lange Hosen für Männer, lange Röcke für Frauen) und durch einen Führer begleitet werden. Informiert euch sorgfältig über eure Möglichkeiten, da manche Zeremonien vorwiegend als Touristenattraktion oder Show dienen. Für ein authentischeres Erlebnis kontaktiert Tatur Turismo oder bucht die Mystical Bahia Tour . Letztere ermöglicht es euch, mehr über den Candomblé zu erfahren oder einen Terreiro zu besuchen, ohne selbst an einer Zeremonie teilzunehmen.

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Image by Tiago Celestino

Baianas de Acarajé

Acarajé wurde von Sklaven aus Westafrika nach Nordostbrasilien gebracht. Während der Sklaverei wurde Aracajé von freigelassenen Sklavinnen auf den Straßen Bahias verkauft. Diese Tradition wird bis heute gepflegt, und der beliebte Snack wird ausschließlich von Frauen – den Baianas de Acarajé – hergestellt und in den Straßen von Salvador verkauft.

 

Zu dieser Tradition gehört auch die Kostümierung der Händlerinnen, die ebenfalls aus der Zeit der Sklaverei stammt und bis ins 20. Jahrhundert hinein eine gängige Kleidung in Bahia war.

 

Das kunstvolle, mehrlagige Kleid erinnert an das barocke Europa, während die Kopfbedeckung mit den afroislamischen Wurzeln der Sklaven in Verbindung steht, bei denen Turbane ein üblicher Bestandteil der lokalen Kleidung sind. Die Art der Textur, die Webtechnik und die Farben des Kostüms dienten dazu, die Religion, die ethnische Herkunft und den sozialen Status der Trägerin zu identifizieren. Obwohl es heute eine Vielzahl wunderschön bedruckter Stoffe gibt, ist die Kleidung der Baianas de Acarajé traditionell weiß.

 

Heutzutage wird die bahianische Tracht nur noch bei Festen getragen, von Frauen in den Straßen von Salvador da Bahia, um Touristen in ihre Geschäfte zu locken, und natürlich von den Baianas de Acarajé.

 

Besucht die Gedenkstätte Baianas de Acaraje in Pelourinho, um mehr von den Baianas zu lernen.

 

Capoeira

Capoeira ist eine Kunstform, Kampfmethode, Selbstverteidigung, Sport, Musik, Poesie, Tanz, Folklore, Kultur und kultureller Widerstand.

 

Vor allem ist es eine Kampfkunst und ein kultureller und künstlerischer Ausdruck, der das Streben nach Überleben, Freiheit, Würde und Identität darstellt.

 

Capoeira wurde im 16. Jahrhundert von versklavten Afrikanern entwickelt und war eine Methode, Selbstverteidigung unter dem Deckmantel des Tanzes zu praktizieren. Den Sklaven war die Ausübung von Kampfsportarten verboten. Daher kombinierten sie, ähnlich wie beim Candomblé, auf raffinierte Weise Tanz, Musik und Akrobatik, um ihre wahren Absichten zu verbergen und nutzten dies schließlich, um ihren Sklavenhaltern zu entkommen und sich der Wiedereroberung durch die Sklavenhalter zu widersetzen.

 

Nach der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1888 galt Capoeira als illegal und wurde erst in den 1930er Jahren von Mestre Bimba „gerettet“, dem legendären Capoeira-Meister, der Capoeiras Legitimität bewies und die erste offizielle Capoeira-Schule in Salvador eröffnete.

 

Heute gilt Salvador als Wiege der Capoeira (dank Mestre Bimba) und die Roda de Capoeira (der Kreis, den Capoeira-Spieler bilden) zählt zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Während eures Aufenthalts werden ihr wahrscheinlich auf mehrere Rodas de Capoeira am Mercado Modelo , in Pelourinho oder in Barra am Strand stoßen.

 

In diesem Artikel findet ihr eine Liste beliebter Orte, an denen Capoeira beobachtet werden kann.

Capoeira
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Olodum

Olodum – eine 1979 gegründete afrobrasilianische Musikgruppe – ist sowohl ein globales Musikphänomen als auch eine soziale Bewegung in Bahia.

 

Eine Gruppe von Musikern gründete Olodum, um die Teilnahme am jährlichen Karnevalsumzug in Salvador zu sichern (historisch waren schwarze Blocos (Musikgruppen) beim Karneval nicht zugelassen). Ziel der neu gegründeten Gruppe war es, das afrikanische Erbe während der großen jährlichen Umzüge hervorzuheben und die afrobrasilianische Gemeinschaft zu stärken.

 

Seit Olodums erster Parade 1980 entwickelte sich dieser Bloco schnell zu einer der bedeutendsten afrobrasilianischen Musikgruppen aller Zeiten. Sie entwickelten ihren ganz eigenen Sound: eine Fusion aus brasilianischem Samba, jamaikanischem Reggae und afrikanischer Perkussion. Dieser einzigartige Sound, kombiniert mit ihrer starken Botschaft und ihrem farbenfrohen Symbol, verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

 

Einer der größten Momente für die Gruppe war 1996, als sie im Musikvideo zu Michael Jacksons „They Don't Really Care About Us “ mitwirkten. Weniger bekannt, aber ebenso beeindruckend, teilten sie 1991 beim Concert in the Park (New York) mit Paul Simon vor 50,000 Zuschauern die Bühne mit ihrem Song Obvious Child. 

 

Nach ihrem weltweiten Erfolg initiierte Olodum soziale Projekte , gründete eine Schule und kämpft für die Rechte und Sicherheit marginalisierter Menschen in Brasilien. Heute sind sie eine offizielle Non-Profit-Organisation und eine äußerst erfolgreiche Musikgruppe.

 

Dienstags ist das historische Zentrum in Pelourinho gerammelt voll mit Menschen, die direkt vor der Tür des offenen Innenhofs, wo Olodum seine Proben abhält (an der Praça Tereza Batista ), essen, trinken und tanzen.

 

Besucht die Casa de Olodum, um mehr zu erfahren.

Karneval

Der Karneval in Salvador wird vom Guinness-Buch der Rekorde als das größte Straßenfest der Welt anerkannt (seht euch schon alleine dieses Bild an!) und ist – anders als sein berühmtes Gegenstück in Rio – für jedermann zugänglich, da er kostenlos ist und auf der Straße gefeiert wird.

 

Während des Karnevals erwacht die Stadt (noch mehr) zum Leben mit Blocos (Straßenfesten) und Trios eléctricos (riesigen Festwagen mit Live-Bands), die sechs unvergessliche Tage dauern. Dabei werden ausschließlich die offiziellen Karnevalstage gezählt und nicht berücksichtigt, dass die Stadt ab Silvester im Karnevalsfieber schwebt, wenn überall in der Stadt Karnevalsproben stattfinden.

 

Es gibt drei Möglichkeiten, Karneval zu erleben:

1. Pipoca (Popcorn-Erlebnis): Die günstigste Option ist, sich einfach unter die Massen und Einheimischen zu mischen.

 

2. Abadá (feiert mit dem Bloco) : Feiere mit deiner Lieblings-Bloco-/Karnevalsmusikgruppe (z. B. Olodum) in einem abgesperrten Bereich neben einem Trio Eléctrico, indem du ein Ticket (in Form eines T-Shirts) kaufst. Dafür hast du (etwas) mehr Platz, bist generell sicherer und Bierverkäufer kommen regelmäßig vorbei. Manche Blocos erlauben die Benutzung ihrer privaten Toiletten.

 

3. Camarote (das Komfort-Erlebnis): Camarotes sind im Wesentlichen private Lounges, die sich entlang der Rennstrecken befinden. Das Feiern dort kann je nach Exklusivität des Camarotes teuer werden – manche bieten  offene Bar und sogar Spa-Service, andere "nur" Getränke, Essen und private Toiletten.

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